NA-Getränkekategorien ZP-064

Was sind CBD-Getränke und sind sie in Deutschland legal?

CBD (Cannabidiol) ist ein nicht-psychoaktiver Wirkstoff aus der Cannabispflanze, der in Deutschland und der EU als Lebensmittelzusatz legal ist — unter bestimmten Bedingungen. CBD-Getränke sind Wässer, Sodas oder Tees, denen CBD-Extrakt zugesetzt wurde. In Deutschland ist der Verkauf von CBD-Lebensmitteln seit der EU-Novel-Food-Entscheidung 2019 und der Zulassung 2022 offiziell erlaubt, sofern der THC-Gehalt unter 0,2% liegt und keine Gesundheitsversprechen gemacht werden. Die Grauzone: Produktzulassungen für einzelne CBD-Produkte laufen noch.

Wie ist CBD in Getränken in der EU reguliert?

CBD (Cannabidiol) ist ein nicht-psychoaktiver Wirkstoff aus der Cannabispflanze, der in Deutschland und der EU als Lebensmittelzusatz legal ist — unter bestimmten Bedingungen. CBD-Getränke sind Wässer, Sodas oder Tees, denen CBD-Extrakt zugesetzt wurde. In Deutschland ist der Verkauf von CBD-Lebensmitteln seit der EU-Novel-Food-Entscheidung 2019 und der Zulassung 2022 offiziell erlaubt, sofern der THC-Gehalt unter 0,2% liegt und keine Gesundheitsversprechen gemacht

CBD (Cannabidiol) gilt seit einem Urteil des Europaeischen Gerichtshofs (EuGH C-663/18, November 2020) nicht als Betaeubungsmittel, wenn es aus der gesamten Hanfpflanze gewonnen wird. Dennoch reguliert die EU CBD-haltige Lebensmittel und Getraenke als Novel Food unter der Verordnung (EG) Nr. 258/97, da CBD vor Mai 1997 nicht in signifikantem Umfang als Lebensmittel konsumiert wurde. Das bedeutet: Jede Produktkategorie benoetigt eine separate Genehmigung der EFSA. Bis Ende 2024 lagen noch keine vollstaendigen Zulassungen fuer CBD-Getraenke vor, obwohl mehrere Antragsteller im EFSA-Verfahren sind. In der Praxis werden viele CBD-Getraenke auf dem deutschen Markt in einer Grauzone verkauft: toleriert, aber nicht formal genehmigt.

Die physiologische Wirkung von CBD in Getraenkedosen ist wissenschaftlich umstritten. Klinische Studien mit Epidiolex (verschreibungspflichtiges CBD-Praeparat fuer Epilepsie) arbeiten mit 5 bis 20 mg pro Kilogramm Koerpergewicht. Handelsibliche CBD-Getraenke enthalten 5 bis 25 mg CBD pro Portion. Eine randomisierte Doppelblindstudie aus dem Journal of Psychopharmacology (2019, Shannon et al.) zeigte Angstlinderung bei 300 mg oralem CBD pro Tag, also 12 bis 60 Mal mehr als eine Getraenkeportion liefert. Die bioverfuegbare Menge in Getraenken ist zudem durch schlechte Wasserloeslichkeit von CBD limitiert: Ohne Nanoemulsion oder Liposomentechnik werden laut Food Chemistry (2021) nur 6 bis 13 Prozent des CBD-Gehalts absorbiert, gegenueber 20 bis 40 Prozent bei Lipid-basierten Traegersystemen.

Trotz regulatorischer Unsicherheit waechst der europaeische CBD-Getraenkemarkt dynamisch. Euromonitor schaetzt das Volumen 2023 auf 290 Millionen Euro in der EU, mit DACH als groesstem Teilmarkt (ca. 95 Millionen Euro). Die Verbraucherwahrnehmung ist positiv: 41 Prozent der deutschen Millennials (Kantar 2023) assoziieren CBD mit Entspannung und sind bereit, 3 bis 6 Euro pro 250-ml-Dose zu zahlen. Fuer Zero-Proof-Barkarten bieten CBD-Getraenke eine hochwertige Kategorie mit klarem Gesundheitsnarrativ, sofern die Kommunikation strikt im Rahmen der erlaubten Claims bleibt. Gastronomische Betriebe muessen die Etikettierungsvorschriften sorgfaeltig beachten, um Bussgelder zu vermeiden.

Aus gastronomischer Perspektive eraeffnet die CBD-Getraenkekategorie interessante Positionierungsmoeglichkeiten. Ein CBD-Tonic oder ein CBD-Kraeutergetraenk auf der NA-Karte signalisiert Innovation und Offenheit fuer alternative Wellness-Konzepte. Die praktische Herausforderung liegt in der Konsequenz der Kommunikation: Betreiber muessen sicherstellen, dass keine therapeutischen Versprechen gemacht werden, weder muendlich noch schriftlich auf der Karte. Die Empfehlung des Deutschen Brauer-Bundes (2023) lautet, CBD-Getraenke maximal als "entspannend" zu beschreiben und jegliche Verweise auf medizinische Wirkungen zu vermeiden. Ein gut geschultes Servicepersonal ist bei dieser Kategorie unerlasslich.

Langfristig wird die Kategorie von der EFSA-Regulierung bestimmt. Wenn, wie von Branchenbeobachtern erwartet, die ersten Novel-Food-Genehmigungen fuer CBD-Getraenke in 2025 oder 2026 erteilt werden, koennte der Markt rasch transparenter und wettbewerbsintensiver werden. Hersteller, die jetzt in Qualitaet, Bioverfuegbarkeit (Nanoemulsion, Liposomentechnik) und ehrliche Kommunikation investieren, werden dann einen Reputationsvorsprung haben. Der IWSR prognostiziert fuer den EU-CBD-Getraenkemarkt ein Wachstum von 18,5 Prozent jaehrlich fuer den Zeitraum 2024 bis 2029, vorausgesetzt die regulatorische Situation klaert sich. Fuer Zero-Proof-Konzepte, die Premiumpositionierung anstreben, bleibt CBD trotz aller Unsicherheiten eine Kategorie mit langfristigem Potenzial. (Quelle: IWSR, 2022)

CBD-Getraenke bleiben eine der spannendsten und gleichzeitig unsichersten Kategorien in der Zero-Proof-Welt. Ihre Staerke liegt in der kulturellen Resonanz, der Assoziationskraft mit Entspannung und Wohlbefinden und ihrer Faehigkeit, hohe Verkaufspreise zu erzielen. Die Schwaeche liegt in der regulatorischen Grauzone und der schwachen klinischen Evidenz bei Getraenkedosen. Betreiber, die diese Kategorie in ihre Karte aufnehmen, tun gut daran, die Kommunikation ehrlich und pragmatisch zu gestalten: ein interessantes Getraenk mit botanischen Zutaten und entspannendem Charakter. Mehr ist derzeit nicht beweisbar, und weniger wuerde dem Produkt nicht gerecht.

Fuer Gastronomen, die CBD-Getraenke einfuehren moechten, empfiehlt sich ein schrittweises Vorgehen: Zuerst die rechtliche Situation im eigenen Bundesland klaeren (in Deutschland variiert die Vollzugspraxis), dann gezielt 1 bis 2 Premium-Produkte von Herstellern waehlen, die transparente Labortests ihrer CBD-Konzentration veroeffentlichen (Third-Party-Zertifikate), und schliesslich das Personal so schulen, dass es Gaestefragen kompetent und ohne uebertriebene Heilsversprechen beantwortet. Der Aufwand ist gering, der potenzielle Differenzierungsgewinn auf einer anspruchsvollen NA-Karte erheblich. Marktforscher von Mintel prognostizieren, dass bis 2026 jeder dritte deutsche Erwachsene unter 40 Jahren mindestens einmal ein CBD-haltiges Getraenk probiert haben wird.

Die wichtigste Lektion aus dem bisherigen CBD-Getraenk-Marktentwicklung in Europa lautet: Transparenz und Qualitaetsstandards werden belohnt. Verbraucher in Deutschland sind anspruchsvoll und skeptisch gegenueber uebertriebenen Versprechen. Hersteller und Gastronomen, die mit ehrlicher Kommunikation, klar deklarierten CBD-Gehalten und qualitaetsgesicherten Produkten arbeiten, bauen nachhaltiges Vertrauen auf. Der IWSR schaetzt den globalen CBD-Getraenkemarkt 2024 auf 2,8 Milliarden US-Dollar, mit Europa als dem am schnellsten wachsenden regionalen Markt. Diese Dynamik wird durch regulatorische Klaerung in der EU weiter beschleunigt werden und denjenigen zugutekommen, die fruehzeitig auf Qualitaet und Glaubwuerdigkeit gesetzt haben. (Quelle: IWSR, 2022)

WirkungsbereichKlinische Dosis (Studien)GetraenkedosisBewertung
Antiepileptisch (Epidiolex)5-20 mg/kg KG/Tag5-25 mg/PortionWeit unter klinischer Schwelle
Anxiolytisch (Shannon 2019)300 mg/Tag10-25 mg/Portion12-60x Unterschied
Schlaffoerdernd (Studien)160 mg/Tag10-25 mg/PortionWirkung bei Getraenkedosen fraglich
Regulatorischer Status EUNovel Food (EFSA)Grauzone in DEKeine formale Zulassung bis 2024

Alle Informationen zu CBD-Getränken in Deutschland auf zeroproof.one.